Twyfelfontein:

Ankunft bei der Twyfelfontein-Lodge

Unsere nächste Station war Twyfelfontein, die Zweifelsquelle, wie sie auf deutsch heißt. Sie liegt etwa 90 Kilometer vom Versteinerten Wald entfernt. Ihr Name geht auf den Zweifel eines deutschen Farmers zurück, der in dem unwirtlichen Gebiet Ackerbau und Viehzucht betreiben wollte und sich nie sicher sein konnte, ob dafür denn auch das Wasser reichen würde und ob die Quelle nicht irgendwann versiegen würde. Unser wirklich schönes Hotel war mit Reet gedeckt, wunderschön in die Berglandschaft integriert und ließ es natürlich in Punkto Klasse und Service an nichts fehlen.

Der verbrannte Berg

Tweyfelfontein eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für interessante Exkursionen und kleine Wanderungen in der Umgebung. Besonders sehenswert nehmen sich dabei die Felsgravuren aus der Jungsteinzeit aus. Hier haben vor fast 4000 Jahren Generationen von Buschmann-Künstlern auf dem harten Stein verewigt. Sie schufen mit ihren primitiven Werkzeugen Abbilder von Tieren, die teilweise noch heute in der Region heimisch sind. Die Gravuren zeigen Giraffen, Löwen, Elefanten und natürlich Antilopen in allen Variationen. Die gravierten Fußabdrücke an den Werken lassen unwillkürlich den Gedanken aufkommen, die Steinzeit-Picassos hätten ihr Schaffen auf diese Art signiert. Die geführte Tour durch die grandiose Landschaft sollte sich der Reisende auf keinen Fall entgehen lassen.

Felsgravuren in Twyfelfontein

Die große Tour dauert etwa eine Stunde und wurde von einer jungen einheimischen Frau geleitet. Festes Schuhwerk ist hier dringend empfohlen, obwohl unsere Fremdenführerin nur Badelatschen trug. Auch Wasser sollte natürlich - wie immer - in ausreichender Menge mitgenommen werden. Die Muttersprache unserer hilfsbereiten Führerin war übrigens die so genannte "Klicksprache", ein seltsames Gemisch aus Schnalz- und Klicklauten, die unseren europäischen Ohren doch arg fremd vorkommt.

Twyfelfontein

Wir genossen das Privileg, die grandiose Naturlandschaft rund um die Tweyfelfontein in einer farbenprächtigen Blütenpracht genießen zu dürfen, was darauf hindeutet, das es dort vor absehbarer Zeit geregnet haben musste. Sattes Grün prägte die Szenerie, ein Anblick der nicht jedem Reisenden vergönnt ist. Kaum zu glauben, das in einer so unwirtlichen Gegend so eine reichhaltige Flora gedeihen kann.

Felsgravuren in Twyfelfontein

Auf jeden Fall sollte man einen Besuch der "Orgelpfeiffen" mit in sein Programm einplanen. Diese bis zu fünf Meter hohen Basaltsäulen bestehen aus Sedimentgestein und entstanden vor etwa 120 Millionen Jahren. In einer ungefähr 100 Meter langen Schlucht stehen die imposanten Felsblöcke buchstäblich wie die Orgelpfeiffen aufgereiht da und da die Schlucht nicht weit von der Straße entfernt liegt, ist ein Besuch obligatorisch.

Orgelpfeiffen Canyon

Der vor ungefähr 220 Millionen Jahren durch die Ablagerung verschiedener Gesteinsschichten entstandene "Verbrannte Berg" besteht aus Tonschiefer und Sandstein. Das verleiht dem Massiv seine pechschwarze Farbe und dem Besucher unwillkürlich den Anschein, als hätte es hier vor gar nicht langer Zeit gebrannt. Die Natur hat hier in Jahrmillionen eine grandiose Landschaft erschaffen, die es in ihrer Farbenvielfalt locker mit jedem Van Gogh oder Chagall aufnehmen kann. Da wird dem Besucher ganz warm ums Herz und man wird wieder einmal ganz klein vor der Göttlichkeit der Natur.

Orgelpfeiffen Canyon

Nach einer geruhsamen Nacht in der Tweyfelfontein-Lodge machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Versteinerten Wald.


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