Swakopmund:
Es wurde schon dunkel, als wir endlich in der Stadt ankamen und unser Hotel, den "Europa-Hof" ansteuerten. Müde, aber glücklich checkten wir in diesem wirklich hervorragenden Hotel ein, um nach einem oppulenten Mahl zufrieden in die weichen Kissen der luxeriösen, an den Schwarzwald erinnernden Herberge zu versinken.
Der nächste Tag begann mit einer Shopping-Tour, schließlich war Swakopmund die erste Stadt, die wir seit etwa einer Woche gesehen hatten: Und was für eine! Swakopmund ist wohl die deutscheste Stadt südlich des Äquators und würde architektonisch als auch kulturell jeder badenwürttembergischen oder hessischen Kleinstadt zur Ehre reichen. Fachwerkhäuser oder Bauten wie der im wilhelminischen Stil errichtete "Alte Bahnhof" prägen das Stadtbild.
Die Orientierung in der Stadt ist auf Grund der deutschen Straßennamen kein Problem und auch Schwarzwälder Kirschtorte, Bratwurst, Schnitzel und Sauerkraut gehören zum guten Ton. Besonders gut sind natürlich die Fischgerichte, die man wohl im Hansa Restaurant am besten und stilvollsten genießen kann. Außerdem gibt es hier ein auch für deutsche Biertrinker sehr schmackhaftes Bier, selbstverständlich nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut und ausgesprochen lecker. Es wird in der Stadt gebraut, das nötige Wasser dazu wir aus den Quellen des östlich vorbei fließenden Swakop entnommen. Das Brauereigewerbe stellt neben dem Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle von Swakopmund dar.
Hier fühlt man sich als Volksdeutscher noch richtig verstanden. Ist natürlich Unsinn, aber hier fühlt sich der geneigte Besucher wirklich auf das Holodeck der Enterprise versetzt. Die zu einem Großteil weiße Bevölkerung dominiert das Stadtgeschehen und verleiht der Stadt ein bizzares Flair!
Das Bild von dem Leuchtturm ist kein Irrtum und ein Überbleibsel von meinem letzten Nordseeurlaub. Der Turm steht wirklich am anderen Ende der Welt und zwar in einer der größten Städte Namibias. Auch die Seebrücke steht wirklich nicht in einem Seebad im Mecklenburgischen, sondern in Swakopmund.
Man muss es gesehen haben, um diese Mischung aus echter Tradition und nostalgisch-verklärtem Kitsch zu verstehen. Trotz allem aber eine wunderschöne und wirklich sehenswerte Stadt!