Lüderitz:
Willkommen in Lüderitz, einem beschaulichen Städtchen deutscher Bauart. Mitten in der namibianischen Wüste, aber
doch auch direkt am Meer. Rund achttausend Menschen leben und arbeiten in der Stadt, die im Diamantensperrgebiet
liegt.
Die Stadt ist geprägt von den jugendstilartigen Gebäuden und Anleihen an die wilhelminische Kaiserzeit und
prägt ein Stadtbild, wie es deutscher kaum sein könnte. Ohne den Sand, der überall in der Stadt verteilt ist,
könnte man meinen, man befinde sich in einer mitteldeutschen Kleinstadt.
Die evangelisch-lutherische Felsenkirche wurde 1906 von Albert Bause im neugotischen Stil erbaut.
Eines der bleiverglasten Fenster wurde sogar von Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Und für eine kleine Spende
kann man das Gotteshaus sogar besichtigen!
Gegründet wurde Lüderitz natürlich von einem Deutschen. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz gründete die Stadt 1884.
Der Ort an der Atlantikküste sollte sein Ausgangspunkt für die deutsche Kolonisierung des Landes werden.
Bismarck, der die 'Vorteile' der Kolonialpolitik erst sehr spät für sich entdeckte, wollte die fernen Gebiete
unter den Schutz des Reiches stellen. Die Vorzüge lagen auf der Hand: Neue Absatzmärkte für die heimische
Industrie, Bodenschätze und natürlich auch Arbeit für viele Deutsche.
Der Wohlstand setzte aber erst nach den Diamantenfunden 1908 in der Region durch den Bahnhofsvorsteher August
Stauch ein. Die Blütezeit der Stadt brach an.
Das 'Goerkehaus' in der Kirchstraße wird heute als Gästehaus einer großen Diamantengesellschaft genutzt.
Benannt ist es nach Hans Goerke, der dort von 1908 bis 1912 wohnte und es als Teilhaber mehrerer Diamantenminen
zu Wohlstand brachte. Das imposante Haus ist schon von weitem zu erkennen und ein beliebtes Fotomotiv.
Doch der Wohlstand sollte nicht lange anhalten. Seit um 1930 die Diamantensucher weiter gen Süden gezogen sind, hat
Lüderitz einen permanenten Abstieg erlebt. Die Stadt verarmte.
Zwar konnte der Fischfang die Menschen ernähren. Doch die Regression
war überall spürbar. 1972 wurden Lüderitz sogar die Stadtrechte aberkannt und die Stadt von Windhoek aus verwaltet.
1980 aber ging ein Ruck durchdie Bevölkerung von Lüderitz. Zusammen mit der Wirtschaft und den Behörden wurden Maßnahmen ergriffen,
die Stadt aus ihrer Misere zu befreien.
Heute steht das wirtschaftliche Fundament von Lüderitz aber auf sicheren
Füßen und Fischfang und die Arbeit im Hafen geben den Menschen Lohn und Brot. Außerdem hat sich in Lüderitz
mittlerweile ein bescheidener Tourismus etabliert, welcher für die Stadt immer wichtiger wird.
Und wer in Namibia einmal 'Fisch satt' für 'gut und günstig' erlebt hat, wird ewig von diesem kulinarischen
Erlebnis schwärmen! Wer einmal nach Lüderitz kommt, sollte unbedingt das reichhaltige Angebot an Meeresfrüchten
probieren. Die Auswahl reicht von frischen Muscheln bis zu einheimischen Köstlichkeiten aus dem Meer.
Auch den Hummer und den Hai sollte man gekostet haben. Ein Genuss!
Auch Naturfreunde kommen in Lüderitz voll auf ihre Kosten. Flamingos in einer Salzwasserlagune ernschädigten
selbst für die beschwerlichsten Fahrten durch die stürmische Wüste entlang der Atlantikküste!
Und so ging das Abenteuer weiter. Die Sonne erschien am Himmel und wir machten uns auf nach Kolmanskop!