Kolmanskop:

Kolmanskop

Namibia - mein Traumland. Bereits nach meinem ersten Urlaub in diesem faszinierenden Land war mir klar, dass ich wiederkommen werde. Denn Namibia ist einfach zu groß, um alles auf einmal zu erleben. Darum hatten wir uns in Lüderitz ein 'Permit' besorgt um die legändere Diamantenstadt Kolmanskop zu besichtigen.
Kolmanskop liegt auch heute noch im Diamantensperrgebiet. Deshalb ist ein 'Permit' unbedingt notwendig, da ohne Genehmigung keine Durchfahrt erlaubt ist.

Kolmanskop

Kolmanskop liegt rund zehn Kilometer von Lüderitz entfernt und ist eine wahre Geisterstadt. Der Name geht auf einen gewissen 'Coleman' zurück, der just an der Stelle mit seinem Ochsenkarren im Sand stecken blieb, an der 1908 der erste Diamant gefunden wurde. 'Coleman' verdurstete kläglich, die Stadt Kolmanskop aber blühte auf.
Innerehalb von zwei Jahren entstand mitten in der Wüste eine funktionierende Stadt nach westeuropäischen Standart. Es gab eine Eisenbahn ins benachbarte Keetmanshoop, ein Krankenhaus mit eigenem Röntgengerät und ein Restaurant, das seine Waren aus der Hansestadt Bremen bezog. Das die Schlachterei über ein eigenes Kühlhaus verfügte, mutet da schon fast 'normal' an.

Kolmanskop

Unglaublich, aber die alten Häuser von Kolmanskop haben die Zeit relativ unbeschadet überstanden. Deutsche Wertarbeit mitten in der namibianischen Einöde. Zwar holt sich Wüste Stück für Stück das unwirtliche Land zurück. Aber noch heute sind die Deutschen Spuren im Sand deutlich zu sehen.
Teils mehrgeschossige Architektenhäuser sind bis zum heutigen Tage fast noch in ihrer ursprünglichen Form zu besichtigen. Wer Kolmanskop sehen möchte, muss eine Führung durch die Geiterstadt mitmachen. Danach bleibt aber noch genügend Zeit, die Häuse auf eigene Faust zu erkunden.

Kelgelklub Gut-Holz

Wie jede moderne Großstadt verfügte natürlich auch Kolmanskop über eine eigene Mehrzweckhalle. Im 'Kasino' konnte nicht nur nach Herzenslust gespeist werden. Je nach Anlass dienten die Räumlichkeiten mal als Theaterbühne, mal als Kinosaal, oder auch als Turnhalle. Noch heute können die alten Turngeräte in Augenschein genommen werden.
Die Kegelbahn unter dem 'Kasino'ist übrigens bespielbar und wird noch einmal im Jahr genutzt.

Stromkasten in Kolmanskop

Man muss sich bei einem Besuch in Kolmanskop immer wieder vergegenwärtigen, dass die Stadt mittlerweile nahezu einhundet Jahre alt ist. Einen ähnlichen Stromkasten hatte ich bis vor kurzem noch in meiner eigenen Wohnung hängen. Nur: Ich wohne nicht in der Wüste!

versandete Häuser in Kolmanskop

Namibianische Diamanten sind von absoluter Spitzenqualität. Nur: Warum gibt es in Namibia eigentlich Diamanten? Was haben die glitzernden Steine eigentlich in diesem Teil der Wüste verloren?
Die Antwort ist einfach: Nachdem die Diamanten vor rund 150 Millionen Jahren entstanden sind und durch Erosion die Oberfläche erreicht hatten, wurden sie von verschiedenen Wasserläufen zum Oranjefluss und von dortaus zur Küste transportiert. Die Lage der Flussläufe hat sich aber über die Jahrtausende immer wieder geändert. So befindet sich dort, wo früher ein Flusslauf war, heute oft Festland.
Die Diamanten lagerten sich ab und konnten von den ersten Bewohnern von Kolmanskop regelrecht vom Wüstenboden aufgesammelt werden. Und auch später wurde im Tagebau noch vieles gefunden. Entstanden sind die Edelsteine dort aber nicht!

Diamanten-Waschanlage

Wer möchte, kann nach der Führung beim Souveniershop noch selbst 'Diamanten waschen'. Wer allerdings meint, hier noch sein Glück machen zu können, wird leider enttäuscht werden.


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